Immer am letzten Sonntag im Februar wird im Dekanat Castell der Partnerschaftssonntag begangen. Da geht es um die Partnerschaft mit dem Senior-Flierl-Seminar in Logaweng in Papaua-Neuguinea, die seit 1990 besteht. Von dort haben wir die Predigt von Pastor Immanuel Goi erhalten, die er im Haus Bung (Versammlungshalle) gehalten hat. Sie spricht auch in unsere Zeit hinein und lässt und die Verbundenheit durch den Glauben auch über weite Entfernungen erleben.
Pastor Emmanuel legt den Text Lukas 6, 27-38 aus und formuliert als Überschrift: "Die Liebe über Brüder hinaus - ein Aufruf zur Partnerschaft."
Hier die übersetzte Predigt:
"Liebe Brüder und Schwestern in Christus, wenn wir uns heute hier im Senior-Flierl-Seminar zu diesem besonderen Partnerschaftssonntag versammeln, werden wir an die kraftvollen Worte Jesu im Lukasevangelium, Kapitel 6, Verse 27 bis 38 erinnert. Dieser Abschnitt spricht uns nicht nur als Einzelne an, sondern auch als Gemeinschaft im Glauben, die die geografische Entfernung zwischen dem Dekanat Castell in Deutschland und uns hier in Papua-Neuguinea überwindet.
1. Ein radikaler Aufruf zur Liebe
Jesus beginnt mit einem radikalen Gebot: „Ich aber sage euch, die ihr es hört: Liebt eure Feinde und tut wohl denen, die euch hassen.“ Dies ist ein herausfordernder Aufruf, besonders in einer Welt, die oft zu Spaltung und Feindseligkeit ermutigt. Doch Jesus lädt uns ein, eine Liebe anzunehmen, die verwandelnd ist - eine Liebe, die sich auch denen zuwendet, die uns vielleicht nicht verstehen oder unsere Erfahrungen nicht teilen.
Wenn wir über unsere Partnerschaft nachdenken, fragen wir uns selbst: Wie können wir diese Liebe über die Meilen hinweg verkörpern? Wie können wir uns gegenseitig in unseren jeweiligen Kontexten unterstützen? Die Liebe, von der Jesus spricht, ist nicht nur ein Gefühl; sie ist eine aktive Entscheidung, sich zu engagieren, zuzuhören und dem anderen zu dienen.
In unserer Partnerschaft sind wir aufgerufen, den anderen zu lieben, wie Christus uns liebt. Das bedeutet, füreinander da zu sein, unsere Freuden und Schwächen zu teilen und von den Erfahrungen des anderen zu lernen. Es bedeutet, zu erkennen, dass unsere Unterschiede - kulturell, sprachlich und geografisch - keine Hindernisse, sondern Chancen für Wachstum und Verständnis sind.
2. Die Großzügigkeit des Gebens
Jesus fährt fort: „Gebt, und es wird euch gegeben werden“. Dies ist eine tiefe Mahnung, dass unsere Liebe großzügig und reichlich sein muss. In unserer Partnerschaft sind wir aufgerufen, von uns selbst zu geben - unsere Zeit, unsere Mittel und unsere Gebete. Das Maß unserer Liebe liegt nicht in dem, was wir erhalten, sondern in dem, was wir bereit sind zu geben.
Während wir heute hier stehen, erkennen wir die einzigartigen Gaben an, die jede Gemeinschaft in diese Partnerschaft einbringt. Die lutherische Kirche von Castell verfügt über eine Fülle von Erfahrungen und Ressourcen, die den Auftrag des Lutherischen Seminars in Logaweng unterstützen können. Im Gegenzug können wir hier in Logaweng Einblicke in den lebendigen Glauben und die Resilienz (Widerstandsfähigkeit) unserer Gemeinschaft in Papua-Neuguinea geben. Dieses gegenseitige Geben bereichert beide Gemeinschaften und stärkt unsere Verbundenheit in Christus.
Denken wir daran, dass es beim Geben nicht nur um materielle Ressourcen geht, sondern auch darum, unsere Geschichten, unsere Gebete und unsere Hoffnungen zu teilen. Wenn wir unser Leben miteinander teilen, schaffen wir einen Teppich des Glaubens, der die Schönheit der göttlichen Schöpfung widerspiegelt.
3. Die Macht der Vergebung
In den Versen 37-38 lehrt uns Jesus über Vergebung: „Vergebt und euch wird vergeben“. In jeder Partnerschaft kann es zu Missverständnissen und Konflikten kommen. Wir sind Menschen, und wir sind unvollkommen. Dennoch sind wir aufgerufen, dem anderen zu vergeben, so wie Christus uns vergeben hat.
Vergebung ist ein kraftvoller Akt der Liebe. Sie befreit uns von der Last des Grolls und ermöglicht es uns, in Einheit voranzuschreiten. Wenn wir uns auf diese Partnerschaft einlassen, sollten wir uns zu einem Geist der Vergebung verpflichten, in dem Bewusstsein, dass wir alle gemeinsam auf dem Weg des Glaubens sind.
Wenn wir vergeben, schaffen wir Raum für Heilung und Versöhnung. Wir erkennen an, dass wir alle lernen und wachsen, und wir gewähren uns gegenseitig Gnade. Dies ist besonders wichtig, wenn wir mit der Komplexität interkultureller Beziehungen zu tun haben.
4. Eine Vision für unsere gemeinsame Zukunft
Schließlich schließt Jesus mit einer Vision für eine Gemeinschaft, die auf Liebe, Großzügigkeit und Vergebung aufgebaut ist. „Denn mit dem Maß, das ihr anwendet, wird euch zurückgemessen werden“. Dies ist ein Versprechen, dass unser Handeln Konsequenzen hat, und wenn wir in Liebe investieren, werden wir eine segensreiche Ernte einfahren.
Wenn wir in die Zukunft unserer Partnerschaft blicken, wollen wir uns eine Gemeinschaft vorstellen, in der wir voneinander lernen, in der unsere Unterschiede gefeiert werden und in der uns unser gemeinsamer Glaube an Christus verbindet. Lassen Sie uns ein Leuchtfeuer der Hoffnung und Liebe in einer Welt sein, die dies dringend braucht.
In dieser Partnerschaft haben wir die Möglichkeit, vorzuleben, was es bedeutet, die Botschaft Jesu zu leben. Wir können der Welt zeigen, dass Liebe keine Grenzen kennt, dass Großzügigkeit Gräben überbrücken kann und dass Vergebung Wunden heilen kann."
Feiern Sie den Gottesdienst zum Partnerschaftssonntag am 23. Februar 2025 um 10 Uhr in der Matthäuskirche Rehweiler mit uns.
Hans und Karin Gernert, Ruth Niedermüller und Gerda Sturm